Über mich

Manchmal reicht ein Wochenende, um ein ganzes Leben zu verändern.

Nach Schule, Ausbildung, Militär, Studium und ersten Erfahrungen im Arbeitsmarkt, wollte ich unbedingt etwas Neues erleben. Also meldete ich mich mit grosser Neugier, aber ohne viele Erwartungen im Mai 2011 bei der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) der Arbeitsagentur. Ziel waren das deutsch- und englischsprachige Ausland. Zwei Bewerbungen gingen tatsächlich in den englischsprachigen Raum, eine nach Österreich und zwei weitere in die Schweiz. Das war an einem Samstag.

Am Montagmorgen auf dem Weg zur Arbeit kam der erste Anruf. Die Informationen über Verdienstmöglichkeiten und offene Stellen waren im Vergleich zu Deutschland ganz einfach unglaublich. Vertrag, Unterkunft, Aufenthaltsbewilligung werden vom Vermittlungsbüro übernommen, die Frage war: "Wann kannst du anfangen, warum bist du noch nicht auf dem Weg".

Als ich bei der Arbeit ankam folgte der zweite Anruf. Gleicher Inhalt. Ich fühlte mich fast schuldig, sie noch vertrösten zu müssen, was für ein Gefühl!

Nun folgte innerhalb von zwei Wochen die Auflösung meines sicheren Arbeitsvertrages, die Kündigung meiner Wohnung und der Abschied von Freunden und Familie. Sehr spontan, sehr hohes Risiko, sehr viel Initiative und Freude auf die neue Erfahrung. Die Entschlossenheit war da, ich liess mein gewohntes Umfeld hinter mir und machte mich auf den Weg in die Schweiz.

Nach sieben bis acht Stunden Fahrzeit kam ich in meinem Vermittlungsbüro in Reiden an, eine kleine, zentral gelegene Ortschaft. Nur 45 Minuten später war ich schon wieder auf dem Weg zu meinem ersten Einsatzort in Flawil, später in Tagelswangen. Untergebracht in einem Internat mit Etagendusche- und WC, das in den Sommerferien leer stand. Kein TV auf dem Zimmer, aber immerhin Internetanschluss. An Netflix dachte man noch nicht.

Danach folgte der linearste Teil meines Lebenslaufs. Festanstellung im Berner Oberland, Freundeskreis, Aufenthaltsbewilligung "B", Beziehung, Niederlassungsbewilligung "C", Weiterbildung und nun der Swiss German Club.

Heute lebe und arbeite ich im Berner Oberland, habe eine Schweizer Partnerin und bin vollständig integriert. Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, nicht nur die Sprache zu verstehen, sondern auch die Kultur, die Menschen und die kleinen, oft unausgesprochenen Regeln des Alltags.

Der Swiss German Club ist aus genau dieser Erfahrung entstanden.
Er soll Menschen dabei helfen, sich schneller zurechtzufinden, Barrieren zu überwinden und in der Schweiz nicht nur anzukommen – sondern wirklich dazuzugehören.